Taschen­geld

Um den Umgang mit Geld zu erlernen,

ist es wichtig, schon früh finanzielle Erfahrungen zu sammeln. Taschengeld ist dafür eine ausgezeichnete Methode. Die Höhe und der Auszahlungsrhythmus sollten in der Familie klar vereinbart werden.

Zusammen­gefasst:

Durch Taschengeld Bargeld be-greifen

Taschengeld ist für Kinder und Jugendliche wichtig, da es sie in ihrer finanziellen Entwicklung unterstützt und sie erste eigene finanzielle Erfahrungen sammeln. Taschengeld macht Geld im Alltag erlebbar.

Familienbudget ist ausschlaggebend

Die Höhe des Taschengeldes sollte zur finanziellen Situation der Familie, zum Alter des Kindes und zum vereinbarten Zweck passen. Wichtig sind klare und verlässliche Vereinbarungen.

Zweck ganz klar festlegen

Es soll gemeinsam festgelegt werden, welche Kosten mit dem Taschengeld bestritten werden müssen und welche nicht. Zentral ist, dass neben den vereinbarten Kosten (z.B. für Jause oder Mittagessen in der Schule, Handykosten oder Kleidung) noch ein Teil des Taschengeldes zur freien Verfügung verbleibt. Nur so können Kinder und Jugendliche eigene Erfahrungen mit Geld sammeln.

Wichtigste Regel:
Über Geld reden!

Bezugspersonen sind beim Geldverhalten die wichtigsten Vorbilder. Viele Eltern suchen nach den perfekten Taschengeld-Regeln. Die wichtigste Botschaft: Das Gespräch ist wichtig. Geld sollte kein Tabuthema sein. Gespräche über finanzielle Möglichkeiten und die Kosten des täglichen Lebens, sind wichtiger als perfekte Regeln.

Infos & Tipps aus der Praxis

Dieses Online-Format vermittelt kompakte Grundlagen zum Thema Taschengeld. Teilnehmende erhalten Praxistipps, wie Kinder und Jugendliche beim Erlernen eines verantwortungsvollen Umgangs mit Geld unterstützt werden können.

 

Informationen & Anmeldung:

 

Fragen zum Taschengeld:

Taschengeld ist wichtig, weil es Kindern und Jugendlichen ermöglicht, einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu erlernen. Sie lernen den Wert von Geld zu verstehen. Taschengeld ist somit eine ausgezeichnete Methode für frühzeitige Finanzbildung.

Durch Taschengeld lernen Kinder und Jugendliche, 

… zwischen Wünschen und Bedürfnissen zu unterscheiden.
… dass sie sich nicht alle Wünsche erfüllen können.
… dass sie sparen müssen, wenn eine größere Anschaffung ansteht.
… dass sie aus vielen Möglichkeiten auswählen können und auch müssen.
… dass sie selbst die Verantwortung für ihre Entscheidungen tragen.
… dass auf die finanzielle Situation der Familie Rücksicht genommen werden muss.
… dass es wichtig ist, Prioritäten zu setzen.
… ein Gefühl für den Preis von Dingen zu entwickeln.

Die Höhe des Taschengeldes sollte innerhalb einer Familie gemeinsam festgelegt werden und ins Familienbudget passen. Mädchen und Buben sollten bei der Höhe des Taschengeldes unbedingt gleichbehandelt werden. Untersuchungen zeigen, dass Buben in der Praxis oft noch mehr Taschengeld bekommen als Mädchen. Außerdem muss eindeutig festgelegt werden, welche Kosten mit dem Taschengeld vom Kind selbst getragen werden müssen (z.B. Jause in der Schule). Wenn einige Kosten selbst getragen werden müssen, sollte jedenfalls noch ein Teil des Taschengeldes zur freien Verfügung (z.B. für Süßigkeiten, ein Buch, Freizeit, …) bleiben.

Konkrete Richtwerte sind hier zu finden.

Taschengeld sollte in regelmäßigen Abständen ausbezahlt werden – wöchentlich bei jüngeren Kindern, monatlich bei älteren Kindern oder Jugendlichen. Nur so lernen junge Menschen einen regelmäßigen Umgang mit Geld.

Bei Jugendlichen kann das Taschengeld auch auf ein eigenes Konto überwiesen werden. Voraussetzung ist, dass gemeinsam erklärt und besprochen wird, wie Konto, Bankkarte und Kontostand funktionieren. Die regelmäßige Überweisung kann dabei helfen, den Umgang mit digitalem Geld zu lernen und die Ausgaben besser über einen längeren Zeitraum zu planen.
Ein eigenes Konto ersetzt Geldgespräche nicht. Auch bei digitalem Geld ist es wichtig, regelmäßig über die Handhabung, Ausgaben, Wünsche und finanzielle Entscheidungen zu sprechen.

Taschengeld gibt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen. Dabei lernen sie, zwischen Bedürfnissen und Wünschen zu unterscheiden.

Bedürfnisse sind Dinge, die für den Alltag notwendig sind, beispielsweise Wohnen, Essen, grundlegende Kleidung oder Bildung. Dafür sind grundsätzlich die Erwachsenen verantwortlich.

Wünsche gehen darüber hinaus. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Spielzeuge, Freizeitaktivitäten, ein neues Computerspiel oder besondere Markenprodukte.

Taschengeld ermöglicht es, solche Wünsche abzuwägen, Prioritäten zu setzen und gegebenenfalls darauf zu sparen. Nicht jeder Wunsch kann erfüllt werden. Auch diese Erfahrung ist ein wichtiges Lernfeld.

Gerade bei Jugendlichen werden Kaufentscheidungen oft von Freund*innen, sozialen Medien oder Werbung beeinflusst. Darüber zu sprechen hilft jungen Menschen, eigene Entscheidungen bewusster zu treffen.

Vorab sollte klar festgelegt werden, ob bestimmte Kosten aus dem Taschengeld zu bestreiten sind (z.B. Jause in der Schule). Dann sollte das Taschengeld aber entsprechend erhöht werden, sodass dem Kind auch ein Betrag verbleibt, über den es frei verfügen kann. Wichtig ist, dass das Kind oder der*die Jugendliche frei über das Taschengeld verfügen kann – auch wenn das Gekaufte nicht den Vorstellungen der Erziehungsberechtigten entspricht. Nur so kann ein Lerneffekt eintreten. Ausnahme sind natürlich Dinge, die gefährlich sind.

Wenn Eltern und Kinder unterschiedliche Meinungen über Ausgaben haben, ist das kein Problem, sondern Teil des Lernprozesses. Wichtig ist, nachzufragen und miteinander zu sprechen: Warum ist der Kauf wichtig? Welche Alternativen gibt es? Was spricht dafür oder dagegen?

Taschengeld soll Kindern und Jugendlichen ermöglichen, eigene Erfahrungen zu machen und Prioritäten zu setzen. Dazu gehört auch die Entscheidung, ob Geld sofort ausgegeben oder für einen größeren Wunsch gespart wird.

Darüber reden! Wichtig ist, das Kind oder den*die Jugendliche*n trotz allem über das Taschengeld frei verfügen zu lassen. Gleichzeitig ist wichtig, keine Vorschüsse auf das nächste Taschengeld zu zahlen und auch nicht mehr zu zahlen, als vereinbart. So können Kinder und Jugendliche in einem geschützten Rahmen und ohne größere Konsequenzen wertvolle Erfahrungen im Zusammenhang mit Geld sammeln.

Streit und unterschiedliche Meinungen über Geld sind in Familien normal. Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben oft verschiedene Vorstellungen davon, was wichtig, sinnvoll oder notwendig ist. Das kann auch zu Konflikten führen.

Gerade solche Situationen sind wertvolle Lernchancen. Es ist wichtig, darüber zu sprechen. Kinder und Jugendliche lernen dabei, eigene Entscheidungen zu begründen, andere Sichtweisen kennenzulernen und gemeinsam Regeln zu vereinbaren.

Wichtig ist, nicht nur über ein Ergebnis zu sprechen (Etwas kaufen dürfen „Ja“ oder „Nein“), sondern auch über die Gründe dahinter. So wird Finanzbildung Teil des Familienalltags.

Erwachsene sollten ihre eigene „Geldbiografie“ reflektieren. Die eigene Einstellung zu Geld entsteht bereits in der Kindheit. Kinder lernen nicht nur aus dem, was Erwachsene über Geld sagen, sondern vor allem aus dem, was Erwachsene vorleben.

Hilfreiche Impulsfragen sind:

  • Wie wurde in meiner Familie über Geld gesprochen?
  • Wofür wurde Geld ausgegeben?
  • Worauf wurde gespart?
  • Was galt als notwendig, was als Luxus?

Diese Erfahrungen prägen unser Verhalten oft bis ins Erwachsenenalter. Deshalb ist es hilfreich, die eigenen Vorstellungen und Werte rund um Geld zu hinterfragen.

Familien dürfen unterschiedliche Ansichten haben. Manche legen Wert auf Markenbekleidung, andere auf Erlebnisse, Nachhaltigkeit oder Sparen. Wichtig ist, über diese Werte zu sprechen und Kindern zu erklären, warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden.

  • Höhe und Zweck des Taschengeldes gemeinsam und klar vereinbaren

  • Taschengeld regelmäßig, pünktlich und unabhängig von Verhalten oder Leistung auszahlen 

  • Kinder frei über ihr Taschengeld entscheiden lassen – selbst wenn das Gekaufte nicht den Vorstellungen der Eltern/Erziehungsberechtigten entspricht

  • Keine Vorschüsse und keine zusätzlichen Zahlungen leisten

  • Taschengeld nicht als Druckmittel, Belohnung oder Strafe einsetzen

  • Klar festlegen, welche Ausgaben mit dem Taschengeld selbst bezahlt werden müssen

  • Ein Teil des Taschengeldes soll immer frei verfügbar bleiben

  • Mädchen und Buben müssen gleich behandelt werden 

  • Geldgeschenke von Verwandten (Geburtstag, Weihnachten…) zählen grundsätzlich nicht zum Taschengeld

  • Über Geld sprechen, das eigene Verhalten reflektieren und Vorbild sein

Taschengeld ist mehr als Geld. Es ist immer ein Anlass, um über Konsum, Wünsche, Bedürfnisse, Werbung, Sparziele und den Wert von Dingen zu sprechen.

Hilfreiche Fragen für Geldgespräche können sein:

  • Warum möchtest du das kaufen?
  • Ist das ein Wunsch oder ein Bedürfnis?
  • Gibt es günstigere Alternativen?
  • Wie lange müsstest du dafür sparen?
  • Was müsstest du tun, um diesen Betrag selbst zu verdienen?
  • Ist dieser Wunsch das Geld wert gewesen?
  • Würdest du dein Geld heute noch einmal gleich ausgeben?

Diese Fragen sind als Anregung gedacht. Nicht jede Kaufentscheidung braucht ein ausführliches Gespräch. Oft reicht schon eine einzelne Frage, um ein gutes Gespräch über Geld anzustoßen. Solche Geldgespräche fördern Finanzbildung oft stärker als Verbote oder Vorgaben.

Ein Nebenjob ist eine großartige Möglichkeit für junge Menschen, Verantwortung zu übernehmen, Arbeitserfahrung zu sammeln und ein Gespür für das selbst verdiente Geld zu entwickeln. Ein kleiner Zuverdienst durch einen Nebenjob sollte das eigentliche Taschengeld daher nicht kürzen.
Vielmehr sollte das Taschengeld – sofern für die Familie finanziell möglich – unabhängig von einem Nebenjob bestehen bleiben, um den Wert von Arbeit zu schätzen.
Ein Nebenjob sollte die Möglichkeit bieten, zusätzliches Geld zu verdienen. Es ist empfehlenswert gemeinsam zu besprechen, wie der Verdienst aus dem Nebenjob genutzt werden kann, um sich Wünsche zu erfüllen oder finanzielle Ziele zu erreichen.

Ein Nebenjob bietet außerdem die Möglichkeit, den Umgang mit größeren Geldbeträgen, Sparzielen und einem eigenen Konto zu lernen.

Grundsätzlich gibt es dafür keine allgemeingültige Regel. Familien können unterschiedliche Vereinbarungen treffen.

Jugendlichen kann durchaus die Verantwortung für bestimmte Ausgaben übertragen werden. Wichtig ist dabei, vorab klare Regeln und Budgets festzulegen.

Beispiel: Ein*e Jugendliche*r soll das tägliche Mittagessen in der Schule selbst bezahlen. Dann sollte der dafür benötigte Betrag zusätzlich zum eigentlichen Taschengeld zur Verfügung gestellt werden. Kostet das Mittagessen beispielsweise € 8,50 pro Schultag, sollte dieser Betrag für den Monat gesondert eingeplant werden. Der zusätzliche Betrag ist zweckgebunden und für die vereinbarten Ausgaben vorgesehen. Das eigentliche Taschengeld bleibt davon getrennt und steht zur freien Verfügung.

Ähnliches kann für Kleidung, Freizeitaktivitäten oder Handykosten vereinbart werden.

Wichtig ist, dass neben diesen Ausgaben immer ein Betrag zur freien Verfügung bleibt. Taschengeld soll ermöglichen, eigene Entscheidungen zu treffen und Erfahrungen mit Geld zu sammeln.

Taschengeld einfach erklärt

„Ich und mein Taschengeld. Erste Konsumentscheidungen einfach erklärt.“ Alles, was es über das Taschengeld zu wissen gibt, wird im Video erklärt.

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Mehr Informationen

Taschengeld-Richtwerte 2026

Als Orientierungshilfe für Taschengeld, das zur freien Verfügung stehen soll, können nachfolgende Beträge betrachtet werden.

Letztendlich muss die Höhe des Taschengeldes zu den Finanzen der Familie, zum vereinbarten Zweck und zu den Freizeitgewohnheiten des Kindes/Jugendlichen passen. 

Möglicherweise ist es sinnvoll, schrittweise von wöchentlicher auf monatliche Auszahlung umzusteigen. Das hängt ganz vom Entwicklungsstand des Kindes/Jugendlichen ab.

  • bis 7 Jahre

    € 1,-

    wöchentlich in bar

  • 7 bis 9 Jahre

    € 1,- bis € 5,-

    wöchentlich in bar

  • 10 bis 14 Jahre

    € 23,- bis € 45,-

    monatlich in bar

  • 15 bis 18 Jahre

    € 45,- bis € 70,-

    monatlich auf das eigene Konto

Quelle & Berechnungsmethode: ASB Schuldnerberatungen GmbH, jährliche Aktualisierung

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